o. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hanno Millesi

In Andenken an den
Doyen der Wiener Privatklinik
o. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hanno Millesi
24.3.1927 – 28.4.2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben leider die traurige Aufgabe, Ihnen mitteilen zu müssen, dass unser hochverehrter und hochgeschätzter Herr o. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hanno Millesi, der Doyen der Wiener Privatklinik, am 28.4.2017 verstorben ist.

 

Herr o. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hanno Millesi war von 1996 bis 2009 ärztlicher Direktor der Wiener Privatklinik sowie Vorstand des Millesi Centers, Präsident des Vereines der Freunde der Wiener Privatklinik und bis dato Primarius der Chirurgischen Abteilung der Wiener Privatklinik und war richtungsweisend für die medizinische Entwicklung und Qualität im Haus.

Wir werden Herrn o. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hanno Millesi immer ein ehrendes Andenken bei uns bewahren.

Im Namen

des Aufsichtsrates   -   des Vorstandes   -   der Geschäftsführung   -   der Kollegialen Führung

und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Privatklinik

 

In Andenken an den
Doyen der Wiener Privatklinik
o. Univ.-Prof. Prim. Dr. Hanno Millesi
24.3.1927 – 28.4.2017

Geboren am 24.03.1927 in Villach, hat Prof. Millesi als Schüler den 2. Weltkrieg erlebt und musste in den letzten zwei Kriegsjahren einrücken. Als Sohn eines Arztes studierte er ebenfalls Medizin. Nach Abschluss des Studiums an der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck am 07.03.1951 begann er seine praktische Tätigkeit an der Prosektur im Wilhelminenspital. Danach folgte seine Ausbildung in Chirurgie an der 1. Chirurgischen Universitätsklinik in Wien unter Leopold Schönbauer. Ab 1955 begann er mit der plastischen Chirurgie unter der Leitung von Elisabeth Winkler und war zum Studium auch in Schweden.

1967 wurde ihm die Venia legendi verliehen und 1972 wurde er außerordentlicher Universitäts-Professor für plastische und rekonstruktive Chirurgie und erhielt den Eiselsberg-Preis. 1975 wurde er Direktor des Ludwig Boltzmann Institutes für experimentelle plastische  Chirurgie. 1980 wurde er Doktor honoris causa der Medizinischen Akademie Wroclaw (Polen) und erhielt die „Golden Medal“ der italienischen Mikrochirurgie. 1982 wurde er zum ordentlichen Universitätsprofessor ernannt und erhielt den Orden eines „Commendatore“ der Republik Italien.

1987 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien, 1988 den „Ambrogino d´Oro“ der Stadt Mailand. 1989 gründete er die Österreichische Gesellschaft für Handchirurgie, deren Präsident er lange Zeit war. 1992 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ernannt.

Er emeritierte am 30.09.1995 und wurde im Jänner 1996 für 13 Jahre ärztlicher Direktor in der Wiener Privatklinik. In diesem Jahr wurde ihm das große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen und im Jahr 2001 der Paracelsus Ring seiner Geburtsstadt Villach überreicht. Neben vielen fachlichen Ehrungen wurde ihm schließlich im Jahr 2007 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen und erhielt das Goldene Ehrenzeichen der Wiener Privatklinik. Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde ihm der Goldene Ehrenring der Wiener Privatklinik und das Goldene Ehrenzeichen der Ärztekammer für Wien verliehen.

Neben seinen vielen wissenschaftlichen Werken hat er auch ein großes zweibändiges Werk über die Nerventransplantation und Plexuschirurgie geschrieben, das schon fertig, aber noch nicht veröffentlicht ist. Prof. Millesi war ein ganz besonderer Mensch, er war nicht nur sein Leben lang von der Forschung beseelt, er hatte auch vielseitige andere Interessen wie für Geschichte und Kultur.

Besonders zeichnete ihn seine Geduld aus, die für die komplizierten plastischen Operationen notwendig war. Prof. Millesi hat 58 wissenschaftliche Millesi-Symposien an der Wiener Privatklinik veranstaltet und hat bis zuletzt gearbeitet, gelehrt und geschrieben.

Als Begründer der Nervenchirurgie hat er Weltruhm erlangt.

Wiener Privatklinik, 28.4.2017