HPV Unsichtbar und weit verbreitet

  • Johannes Lorenz
  • 3 Min. Lesezeit

Weltweit sterben jährlich rund 350.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs: In Österreich sind etwa 200 Frauen pro Jahr betroffen. Häufigster Auslöser sind humane Papillomaviren, insbesondere die Hochrisiko-Typen 16 und 18, die fast ausschließlich durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Eine Ansteckung bemerkt man nicht – mit Vorsorge und Impfen lässt sich das Krebsrisiko deutlich senken und langfristig eliminieren.

Zwischen 85 und 90 % der Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV – die Übertragung erfolgt dabei meist unbemerkt. Nur selten treten Symptome wie Juckreiz oder leichte Reizungen im Genitalbereich auf und in 8 von 10 Fällen eliminiert das körpereigene Immunsystem das Virus von selbst. Bleibt es jedoch im Körper, kann es das Erbgut der Zellen verändern – insbesondere bei geschwächtem Immunsystem, hohem Stress, Nikotinkonsum oder ungesunder Ernährung. Während Low-Risk-HPV überwiegend Genitalwarzen im Bereich der Genitalien, des Afters sowie im Mund- und Rachenraum verursachen, können High-Risk-HPV auch zu Krebsvorstufen und letztlich zu Karzinomen im Bereich des Gebärmutterhalses, der Scheide, der Schamlippen und des Anus führen.

„Dank flächendeckender Vorsorge mit PAPAbstrich und HPV-Impfung konnte die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs in den letzten 30 Jahren um 50 Prozent reduziert werden“, weiß Frauenärztin Univ. Prof. Dr. Brigitte Schurz: „Der jährliche PAP-Abstrich dauert nicht lange. Wenn dabei aber leichte bis schwere Zellveränderungen erkannt werden, erfolgt automatisch eine HPV-Typisierung. Bei schweren Zellveränderungen ist zur weiteren Abklärung eine Biopsie des Gebärmutterhalses notwendig. Sie kann nahezu schmerzfrei in lokaler Betäubung in der Wiener Privatklinik durchgeführt werden“.

Auch Männer können HPV-bedingte Erkrankungen entwickeln

Dr. Alexis Freitas, Facharzt für Chirurgie und europäischer Facharzt für Koloproktologie sieht regelmäßig Patient:innen mit Feigwarzen (Condylome), die durch das Humane Papillomavirus (HPV) verursacht werden. Erste Anzeichen können kleine, hautfarbene bis rötliche Knötchen oder warzenartige Veränderungen rund um den After sein. Oft verursachen die Warzen zunächst keine Beschwerden – manche Betroffene berichten aber über Juckreiz, ein Druckgefühl oder kleine Blutungen beim Stuhlgang.

Bei Auffälligkeiten oder wenn ein ärztlicher Verdacht auf HPV-Infektion geäußert wurde, sollte ein Facharzt für Proktologie aufgesucht werden. „Viele Menschen zögern aus Scham. Eine frühzeitige Abklärung ist aber wichtig, um eine Ausbreitung sowie Folgeerkrankungen zu verhindern – vor allem, wenn Partner:innen bereits Feigwarzen haben“, so der Experte. Eine Untersuchung beim Proktologen ist unkompliziert und weit weniger unangenehm, als manche befürchten: Nach einem ausführlichen Gespräch über Beschwerden und mögliche Risikofaktoren wird die Haut rund um den After inspiziert und eine sanfte Spiegelung des Analkanals und Enddarms (Proktoskopie) durchgeführt. So lassen sich auch tiefer liegende Veränderungen erkennen und gegebenenfalls Abstriche oder kleine Gewebeproben entnehmen.

Behandlung von HPV

Die Wiener Privatklinik bietet sämtliche diagnostischen und therapeutischen Verfahren bei HPV: Bei leichten Zellveränderungen: lokale Behandlung mit antiviralen Cremen, Gels oder Zäpfchen unter engmaschiger Nachkontrolle Bei schweren Zellveränderungen: kleine chirurgische Eingriffe mithilfe von Laser, Elektrokauter oder Skalpell Wichtig ist auch eine Partnerkontrolle auf HPV.

Wirksame Vorsorge: Die HPV-Impfung

 Die HPV-Impfung (Gardasil 9) wird für Jugendliche ab 9 Jahren sowie Frauen und Männern bis 30 Jahre empfohlen und ist bis dahin kostenlos. Auch später kann geimpft werden, um sich zu schützen und eine erneute Infektion zu vermeiden. Aktuell liegt die HPV-Impfquote der 9 bis 30-Jährigen in Österreich bei 37 %.

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