Brustkrebs früh erkennen: Welche Untersuchungen heute wirklich sinnvoll sind

  • Johannes Lorenz
  • 9 Min. Lesezeit

Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Umso wichtiger ist es, Veränderungen möglichst früh zu erkennen. Dafür stehen heute verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, allen voran die Mammografie. Sie ist die wichtigste etablierte Methode für die systematische Brustkrebs-Früherkennung. Je nach persönlicher Situation können Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) zusätzliche Informationen liefern.

Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Alter, dem persönlichen Risikoprofil, der Brustdichte, möglichen Beschwerden und bisherigen Befunden ab. Eine Untersuchung, die für jede Frau gleichermaßen geeignet ist, gibt es daher nicht.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Rolle Mammografie, Brustultraschall und MRT bei der Brustkrebs-Früherkennung spielen, wann eine individuelle Abklärung wichtig ist und wie Brustgesundheit in eine umfassende Frauenvorsorge integriert werden kann.

Wichtig: Wenn Sie eine neue Veränderung an Ihrer Brust bemerken, sollten Sie nicht bis zum nächsten Screening warten, sondern diese zeitnah ärztlich abklären lassen.

Brustkrebs-Früherkennung heute: Welche Untersuchungen stehen zur Verfügung?

Mammografie: Die wichtigste Methode der systematischen Früherkennung

Die Mammografie ist derzeit die wichtigste etablierte Methode zur systematischen Früherkennung von Brustkrebs. Dabei wird die Brust mit Röntgenstrahlen untersucht. So können auch kleine Veränderungen sichtbar werden, die noch nicht tastbar sind und keine Beschwerden verursachen.

Bei der Früherkennung wird die Mammografie insbesondere bei Frauen eingesetzt, die keine Beschwerden haben. Sie ist die Grundlage des österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms.

Eine Mammografie kann unter anderem:

  • kleine, noch nicht tastbare Veränderungen sichtbar machen
  • bei symptomfreien Frauen zur systematischen Früherkennung eingesetzt werden
  • standardisiert im Rahmen des österreichischen Screeningprogramms durchgeführt werden
  • durch speziell geschulte Radiologinnen und Radiologen beurteilt werden

Gleichzeitig bietet auch eine Mammografie keine hundertprozentige Sicherheit. Es sind sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Befunde möglich. Ein auffälliger Befund bedeutet außerdem nicht automatisch, dass Brustkrebs vorliegt. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen notwendig.

Brustultraschall: Wann Sonografie die Mammografie ergänzen kann

Der Brustultraschall ist vor allem eine ergänzende Untersuchungsmethode und kein allgemeiner Ersatz für die Mammografie. Die Sonografie kann zusätzliche Informationen liefern, wenn bestimmte Bereiche der Brust genauer beurteilt werden sollen.

Eine wichtige Rolle kann Ultraschall beispielsweise bei dichtem Brustgewebe spielen. Auch bei auffälligen oder tastbaren Veränderungen kann die Untersuchung zur weiteren Abklärung eingesetzt werden. Dabei arbeitet der Ultraschall ohne Röntgenstrahlung.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • zusätzliche Beurteilung auffälliger Bereiche
  • ergänzende Darstellung bei dichtem Brustgewebe
  • bessere Unterscheidung bestimmter Gewebestrukturen
  • Abklärung tastbarer Veränderungen
  • ergänzende Diagnostik ohne Röntgenstrahlung

Entscheidend ist: Auch für jüngere Frauen lässt sich nicht pauschal sagen, dass Ultraschall anstelle einer Mammografie durchgeführt werden sollte. Welche Kombination der Untersuchungen sinnvoll ist, wird individuell anhand der jeweiligen Situation entschieden.

Brust-MRT: Für wen die besonders sensible Bildgebung sinnvoll sein kann

Die Magnetresonanztomografie der Brust wird vor allem in ausgewählten Risikosituationen oder bei besonderen diagnostischen Fragestellungen eingesetzt. Sie arbeitet nicht mit Röntgenstrahlung und kann sehr empfindlich auf Veränderungen reagieren.

Eine hohe Sensitivität bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein MRT die beste Untersuchung für jede Frau ist. Die Methode ist kein allgemeines Routine-Screening für alle Frauen. Sie kann beispielsweise bei erhöhtem familiärem oder genetischem Risiko oder zur Abklärung bestimmter unklarer Befunde eingesetzt werden.

Mögliche Gründe für eine MRT-Untersuchung können sein:

  • erhöhtes familiäres beziehungsweise genetisches Risiko
  • spezielle Hochrisikosituationen
  • unklare Befunde
  • ergänzende diagnostische Fragestellungen
  • Situationen, in denen zusätzliche Bildgebung notwendig ist

Ob ein MRT sinnvoll ist, sollte daher immer individuell fachärztlich beurteilt werden.

Wann und wie oft sollte Brustkrebs-Früherkennung stattfinden?

Regelmäßige Mammografie: Welche Altersgruppen im Fokus stehen

In Österreich gibt es seit 2014 ein organisiertes Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Die Kernzielgruppe sind Frauen zwischen 45 und 74 Jahren. Für sie ist die e-card alle zwei Jahre für eine Früherkennungs-Mammografie freigeschaltet; zusätzlich erhalten sie einen Erinnerungsbrief.

Auch Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie Frauen ab 75 Jahren können freiwillig am Programm teilnehmen. Dafür ist eine einmalige Anmeldung erforderlich.

Im Überblick:

  • 45–74 Jahre: reguläre Kernzielgruppe, Mammografie alle zwei Jahre
  • 40–44 Jahre: freiwillige Teilnahme möglich
  • ab 75 Jahren: freiwillige Teilnahme möglich
  • bei individuellen Risikofaktoren oder Beschwerden: ärztliche Abklärung unabhängig vom regulären Screening

Das organisierte Screening richtet sich grundsätzlich an Frauen ohne Beschwerden. Bei Unsicherheiten zum richtigen Untersuchungszeitpunkt oder bei persönlichen Risikofaktoren ist eine individuelle ärztliche Beratung sinnvoll.

Familiäres Risiko und genetische Belastung: Wann individuelle Vorsorge wichtiger wird

Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko benötigen möglicherweise ein anderes Früherkennungskonzept als Frauen mit durchschnittlichem Risiko. Reguläre Screeningprogramme richten sich grundsätzlich an Frauen ohne bekanntes familiär erhöhtes Risiko.

Für die individuelle Risikoeinschätzung können verschiedene Informationen relevant sein, darunter:

  • Brustkrebs bei nahen Familienangehörigen
  • Erkrankungen in ungewöhnlich jungem Alter
  • bekannte genetische Risikovarianten
  • frühere auffällige Brustbefunde
  • persönliche Krebsvorgeschichte

Bei bestimmten genetischen Veränderungen oder einer ausgeprägten familiären Belastung können engmaschigere Untersuchungen notwendig sein. Welche Untersuchungen und Intervalle im Einzelfall sinnvoll sind, sollte fachärztlich beziehungsweise in einer spezialisierten Risikoberatung festgelegt werden.

Früherkennung oder Abklärung? Warum Beschwerden nicht bis zum nächsten Screening warten sollten

Brustkrebs-Früherkennung richtet sich grundsätzlich an Frauen ohne Beschwerden. Neu auftretende Veränderungen sollten hingegen unabhängig vom regulären Screening ärztlich abgeklärt werden.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • ein neu tastbarer Knoten
  • sichtbare Veränderungen der Brust
  • Einziehungen der Haut oder Brustwarze
  • ungewöhnlicher Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze
  • neu auftretende einseitige Veränderungen

Screening und Diagnostik verfolgen dabei unterschiedliche Ziele: Während die Früherkennung bei symptomfreien Frauen darauf abzielt, mögliche Veränderungen möglichst früh zu entdecken, geht es bei der diagnostischen Abklärung darum, konkrete Beschwerden oder auffällige Befunde zu untersuchen. Je nach Situation können dafür Mammografie, Ultraschall, MRT oder weitere Untersuchungen eingesetzt werden.

Bei einer neu aufgetretenen Veränderung sollte daher nicht bis zum nächsten regulären Screening gewartet, sondern zeitnah eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Brustkrebs-Früherkennung als Teil des Health Deluxe Woman Check-ups der Wiener Privatklinik

Mammografie integriert in eine umfassende Frauenvorsorge

Im Health Deluxe Woman Check-up der Wiener Privatklinik ist die Mammografie Teil eines umfassenden Vorsorgeprogramms für Frauen. Damit wird Brustgesundheit nicht isoliert betrachtet, sondern in einen breiteren gesundheitlichen Check-up eingebettet.

Zum Untersuchungsumfang gehören unter anderem:

  • Mammografie
  • medizinische Beratung durch einen Facharzt oder eine Fachärztin
  • erweiterte Laboruntersuchungen
  • Blutdruckkontrolle
  • EKG
  • Ultraschall von Schilddrüse, Halsschlagader, Herz, Abdomen, Niere und Leber
  • abschließende ärztliche Beratung

Der Vorteil eines umfassenden Check-ups liegt dabei in der Bündelung verschiedener Vorsorgebereiche. Welche Untersuchungen im persönlichen Fall tatsächlich sinnvoll sind, hängt weiterhin von Alter, Vorgeschichte, Risikofaktoren und aktuellen Beschwerden ab.

Der Health Deluxe Woman Check-up ersetzt daher keine individuelle medizinische Beurteilung und kann eine Brustkrebserkrankung nicht pauschal ausschließen. Vielmehr bietet er einen strukturierten Rahmen, um unterschiedliche Aspekte der eigenen Gesundheit gemeinsam zu betrachten.

Gynäkologische Vorsorge über die Brust hinaus

Frauengesundheit umfasst deutlich mehr als die Früherkennung von Brustkrebs. Der Health Deluxe Woman Check-up verbindet deshalb verschiedene gynäkologische und allgemeine Vorsorgebereiche.

Je nach aktuellem Leistungsumfang können dazu unter anderem gehören:

  • gynäkologische Fachberatung
  • Vaginal-Ultraschall
  • PAP-Abstrich
  • HPV-Abstrich
  • BAC-Abstrichtest
  • weitere fachärztliche Untersuchungen
  • dermatologische Untersuchung
  • Augenuntersuchung
  • Koloskopie und Gastroskopie
  • diätologische Beratung

So lassen sich unterschiedliche Vorsorgebereiche im Rahmen eines gebündelten Check-ups betrachten. Die konkrete Zusammenstellung und Notwendigkeit einzelner Untersuchungen sollte dabei immer gemeinsam mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten beurteilt werden.

Individuelle Beratung: Welche Untersuchungen passen zum persönlichen Risikoprofil?

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt immer auch von Alter, Beschwerden, Vorerkrankungen und persönlichem Risikoprofil ab.

Deshalb beginnt der Health Deluxe Woman Check-up mit einem Anamnesegespräch. Dabei können unter anderem die persönliche Krankengeschichte, bisherige Brustbefunde, familiäre Belastungen, das Alter, aktuelle Beschwerden und bereits vorhandene Untersuchungsbefunde berücksichtigt werden.

Auf dieser Basis kann gemeinsam besprochen werden, ob zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sind. Der gynäkologische Add-on-Bereich umfasst aktuell unter anderem Mammografie und Brustultraschall.

Wenn Sie sich über Ihre Möglichkeiten zur Brustkrebs-Früherkennung oder den Health Deluxe Woman Check-up informieren möchten, können Sie sich bei der Wiener Privatklinik individuell zu den passenden Vorsorgeuntersuchungen beraten lassen.

FAQ-Bereich

Welche Untersuchung ist am besten zur Brustkrebs-Früherkennung geeignet?

Die Mammografie ist die wichtigste etablierte Methode für die systematische Brustkrebs-Früherkennung. Sie kann auch kleine, noch nicht tastbare Veränderungen sichtbar machen. Ultraschall und MRT haben ergänzende Aufgaben und können je nach persönlicher Situation zusätzliche Informationen liefern.

Welche Untersuchung beziehungsweise Kombination von Untersuchungen sinnvoll ist, hängt unter anderem von Alter, Brustdichte, Risikoprofil und möglichen Beschwerden ab. Bei Frauen mit erhöhtem Risiko können andere oder zusätzliche Untersuchungen notwendig sein.

Ab welchem Alter sollte man zur Mammografie gehen?

In Österreich richtet sich das organisierte Brustkrebs-Früherkennungsprogramm insbesondere an Frauen zwischen 45 und 74 Jahren. In dieser Altersgruppe ist die e-card alle zwei Jahre für eine Früherkennungs-Mammografie freigeschaltet. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie ab 75 Jahren können sich freiwillig zum Programm anmelden und ebenfalls alle zwei Jahre teilnehmen.

Bei persönlichen Risikofaktoren oder Beschwerden kann unabhängig vom regulären Screening eine ärztliche Abklärung erforderlich sein.

Reicht ein Brustultraschall zur Früherkennung aus?

Nicht generell. Der Brustultraschall ist eine ergänzende Methode und ersetzt die Mammografie im Rahmen der systematischen Früherkennung nicht. Er kann beispielsweise bei dichtem Brustgewebe oder zur näheren Beurteilung bestimmter Auffälligkeiten zusätzliche Informationen liefern.

Welche Untersuchungen im individuellen Fall sinnvoll sind, sollte ärztlich entschieden werden.

Wann wird ein MRT der Brust durchgeführt?

Ein MRT der Brust wird nicht als routinemäßige Vorsorgeuntersuchung für jede Frau eingesetzt. Es kann insbesondere bei besonderen Risikosituationen oder ausgewählten diagnostischen Fragestellungen sinnvoll sein.

Dazu können beispielsweise ein deutlich erhöhtes familiäres oder genetisches Risiko oder unklare Befunde gehören. Aufgrund der hohen Sensitivität können allerdings auch falsch-positive Befunde auftreten. Die Entscheidung für ein Brust-MRT sollte daher individuell fachärztlich getroffen werden.

Welche Brustkrebs-Früherkennung ist im Health Deluxe Woman Check-up der Wiener Privatklinik enthalten?

Die Mammografie ist Bestandteil des aktuellen Health Deluxe Woman Check-ups der Wiener Privatklinik. Darüber hinaus umfasst das Programm verschiedene gynäkologische und allgemeine Vorsorgeuntersuchungen, darunter medizinische Beratung, Laboruntersuchungen, EKG, Blutdruckkontrolle und verschiedene Ultraschalluntersuchungen.

Welche ergänzenden Untersuchungen im individuellen Fall sinnvoll sind, kann im Rahmen des Anamnesegesprächs besprochen werden. Der gynäkologische Add-on-Bereich umfasst aktuell unter anderem Mammografie und Brustultraschall.

Wer sich über den Health Deluxe Woman Check-up und die passenden Vorsorgeuntersuchungen informieren möchte, kann sich bei der Wiener Privatklinik unter info@wpk.at individuell beraten lassen.

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