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Hyperparathyreoidismus

Was ist Hyperparathyreoidismus und wie können Sie damit umgehen?

Die Nebenschilddrüsen sind 4 kleine hormonproduzierende Organe. Sie befinden sich an der Vorderseite des Halses auf beiden Seiten, hinter der oberen und unteren Schilddrüse. Zusammen mit Vitamin D sind sie die Hauptregulatoren des Kalziumstoffwechsels im Körper.

99 % des gesamten Kalziumgehalts des Körpers sind in den Knochen gespeichert. Die Nebenschilddrüsen produzieren ein Hormon namens Parathormon (PTH), das die Mobilisierung von Kalzium aus den Knochen ins Blut und die Verringerung der Kalziumausscheidung über den Urin anregt.

Beide Wirkungen führen zu einem Anstieg der Kalziumkonzentration im Blut, wie dies auch bei der Stimulierung der Kalziumresorption im Darm der Fall ist, was eine häufige Wirkung von PTH und Vitamin D ist.

PTH reguliert auch die Phosphorkonzentration im Blut in entgegengesetzter Richtung zu der von Kalzium, indem es dessen Ausscheidung über die Nieren erhöht. Ein ausgewogenes Zusammenspiel von Parathormon und Vitamin D ist notwendig, um den Kalziumspiegel im Blut innerhalb des Referenzbereichs zu halten. Es ist auch wichtig für die Knochengesundheit. Niedrige Konzentrationen von Kalzium und Vitamin D im Blut lassen die PTH-Konzentration ansteigen, um sicherzustellen, dass die Kalziumkonzentration im Blut im Normalbereich bleibt. Bei gesunden Menschen führen erhöhte Kalziumkonzentrationen im Blut zu einer erniedrigten PTH-Konzentration.

Wir haben Prof. Dr. Anton Luger, Facharzt für Endokrinologie und Belegarzt an der Wiener Privatklinik, gefragt, was die Nebenschilddrüsen stören kann, zu welchen Folgen dies führt und wie die Behandlung aussieht.

 

Wodurch kann die normale Funktion der Nebenschilddrüsen gestört werden?

Eine erhöhte PTH-Aktivität kann durch ein Adenom, einen gutartigen Tumor einer Nebenschilddrüse, oder seltener durch eine Hyperplasie (eine Vermehrung der Zellen und damit der Funktion) einer oder aller vier Nebenschilddrüsen verursacht werden. Darüber hinaus führt ein verminderter Vitamin-D-Spiegel zu einem kompensatorischen Anstieg des PTH, um die Kalziumkonzentration im Blut innerhalb der normalen Grenzen zu halten. Auch die Einnahme von Medikamenten wie Lithium, das zur Behandlung bipolarer Störungen eingesetzt wird, kann zu erhöhten PTH- und Blutkalziumspiegeln führen.

Eine erniedrigte PTH-Aktivität ist sehr viel seltener und wird in der Regel durch die versehentliche Entfernung der Nebenschilddrüsen bei Schilddrüsenoperationen und sehr selten nach einer Geburt verursacht.

 

Was sind die Symptome, wenn etwas nicht stimmt?

Ein verminderter Parathormonspiegel, der so genannte Hypoparathyreoidismus, führt zu einer verminderten Kalziumkonzentration im Blut und kann Muskelschmerzen oder -krämpfe verursachen, insbesondere im Bereich des Mundes, der Hände, Handgelenke, Beine und Füße.

Weitere mögliche Erscheinungsformen von Hypoparathyreoidismus sind Schwäche, Kalziumablagerungen in den Nieren, Haarausfall, brüchige Nägel, depressive Stimmungsschwankungen und EKG-Veränderungen.

 

Wie äußert sich der Hyperparathyreoidismus?

Erhöhte PTH-Werte mit erhöhten Kalziumwerten im Blut können zu Erschöpfung, Depressionen und sogar Koma, Verlust des Knochenmineralgehalts mit Osteopenie, Dehydrierung, Kalziumablagerungen in den Nieren, Nierensteinen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sowie einem erhöhten Risiko für Magenblutungen führen.

 

Welche Tests sind zur Überprüfung der Nebenschilddrüsenaktivität erforderlich?

Um die Funktion der Nebenschilddrüse angemessen beurteilen zu können, sollte eine Messung der PTH-Konzentration im Blut vorgenommen werden, wobei auch der Phosphor-, Albumin- und Vitamin-D-Gehalt des Blutes sowie die Kalziumausscheidung im Urin bestimmt werden sollten.

Erhöhte PTH- und Kalziumkonzentrationen im Blut und eine erhöhte Kalziumausscheidung im Urin sind diagnostische Anzeichen für einen primären Hyperparathyreoidismus. Daraufhin sollten bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden, in der Regel eine Ultraschalluntersuchung des Halses.

In einigen Fällen sind zusätzliche Verfahren wie Szintigraphie, CT, MRT, PET-CT oder PET-MRI erforderlich.

 

Wie werden diese Ungleichgewichte behandelt?

Der primäre Hyperparathyreoidismus wird in der Regel durch eine Operation behandelt, bei der in den meisten Fällen das Adenom entfernt wird, das zu der erhöhten PTH-Sekretion geführt hat. Nach der Operation, wenn die PTH-Werte wieder in den Normalbereich zurückkehren, wird Kalzium in den Knochen verlagert (Nüchternknochen), was für kurze Zeit eine Kalziuminfusion erforderlich macht, und anschließend wird das normale Kalziumgleichgewicht wiederhergestellt.

Bei leichtem PTH-Überschuss und nur leicht erhöhten Kalziumkonzentrationen im Blut ohne Nieren- oder Knochenbeteiligung kann eine Strategie des Abwartens in Betracht gezogen werden, insbesondere bei nicht mehr ganz so jungen Patienten.

Hypoparathyreoidismus wird durch Kalzium- und Vitamin-D-Supplementierung behandelt, und in einigen Fällen sind auch tägliche PTH-Injektionen erforderlich.

Prof. Dr. Anton Luger, Facharzt für Endokrinologie und Oberarzt an der Wiener Privatklinik, wurde von der Stanford University in die Top 4% der weltweit besten Wissenschaftler im Jahr 2021 aufgenommen. Er ist aktives Mitglied mehrerer internationaler medizinischer Fachgesellschaften, darunter The Endocrine Society. Präsident der European Union of Medical Specialists (UEMS), Sektion Endokrinologie, Diabetes und Metabolismus. Autor und Mitautor von mehr als 230 Büchern und Zeitschriftenartikeln; Redaktionsmitglied von medizinischen Fachzeitschriften wie Hormones und Endocrine.

Die Wiener Privatklinik (WPK) wurde 1871 in Wien gegründet. Sie ist eine der größten Privatkliniken in Österreich. Sie wurde in den Jahren 2021 und 2022 als eine der besten der Welt ausgezeichnet. Die Klinik bietet über 30 verschiedene medizinische Fachrichtungen an. Es verfügt über 10 Kompetenzzentren, 145 Betten und eine chirurgische Abteilung mit 4 Operationssälen.

Die Einrichtung bietet bildgebende Verfahren im Radiologiezentrum an, darunter PET-Scanner (PET-CT) und Nuklearmedizin. Im Jahr 2020 wurde auch das einzige private Strahlentherapiezentrum in Österreich gegründet.

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